Traditionell findet in den Herbstferien unsere Boulderfreizeit statt – in den letzten 3 Jahren bisher immer in Fontainebleau. Dieses Jahr probierten wir einen anderen Ort und zwar eine Freizeit mit Schwerpunkt Bouldern in Arco und Daone vom Samstag den 28.10 bis Samstag den 04.11.2017. In dieser Woche hatten wir geplant viel zu Bouldern und den Teilnehmern eine Einführung ins Klettern von Mehrseillängen zu geben. Außerdem sollten noch zwei Teilnehmer und zwei Jugendleiter aus München mitkommen.

Vor dem eigentlichen Start der Freizeit wurde es allerdings nochmal richtig stressig: der große Bus vom Stadtjugendring Mannheim wurde durch einen Unfall stark beschädigt und stand daher kurzfristig nicht mehr zur Verfügung. Außerdem wurde ein Teilnehmer krank und ein Jugendleiter hatte einen Unfall. Glücklicherweise bekamen wir noch Unterstütztung von Gerd aus München, welcher zwei Bouldermatten transportieren konnte und so klappte dann doch noch alles.

Insgesamt waren wir so zu acht: Otto, Bastian, Wassily und ich aus Mannheim, Jakob, Til und Sebi aus München und Gerd welcher uns an einigen Tagen unterstützte.

Am ersten Tag holten wir die Münchener ab und kamen nach einigen Staus auf der Brennerautobahn gegen 18h in Arco an. Wir hatten zwei 12-Personen Zelte dabei: ein Küchenzelt und ein Schlafzelt und außerdem 4 Bouldermatten und so wurde das Lager zügig noch bei Tageslicht aufgebaut.

Am Sonntag gingen wir zum Bouldern ins Gebiet am Passo San Giovanni in der Nähe von Nago. Dort verbrachten wir den ganzen Tag und verausgabten uns an den zahlreichen Blöcken. Am Abend wurde gemeinsam gekocht (Maultaschen mit Zwiebeln) und danach noch eine Runde Activity gespielt.

Am zweiten Tag fuhren wir dann ins Val Daone um dort am schönen Granit zu bouldern. Das Gebiet liegt auf ca. 1200 m Höhe und im November kann es dort bereits recht kalt sein. Wir boulderten als erstes ausgiebig im großen Hauptgebiet Foresta bei Pracul bis die Sonne hinter den Bergen verschwand und es richtig kalt wurde. Den Versuch noch sinnvoll zu bouldern brachen wir ab und schauten uns die höheren Bouldergebiete vom Val Daone an und beschlossen beim nächsten Mal früher und in die höheren Gebieten zu fahren um länger in der Sonne zu bouldern.

Am dritten Tag stand eine Einführung ins Mehrseillängenklettern an. Wir übten am Vormittag im Klettergarten vor den Sonnenplatten die nötigen Knoten (gelegter doppelter Bulin, Halbmastwurf und Mastwurf), den Standplatzbau, die Seilschaftsführung und das Seilhändling. Anschliessend nach dem Mittagessen ging es an die Sonnenplatten um in vier unabhängigen Seilschaften zwei Touren zu klettern. Eine Seilschaft aus Jugendleitern kletterte jeweils vor, gefolgt von jeweils einer Seilschaft aus Teilnehmern. Alle erreichten den Ausstieg kurz vor Sonnenuntergang und im Dunkeln stiegen wir dann zum Bus ab.

Die drei Klettertage inkl. der abendlichen Bouldereinheiten in der Boulderhalle vom Camping Arco zeigten bereits ihre Wirkung: die Fingerhaut wurde dünn und daher entschieden sich die Teilnehmer am vierten Tag einen Klettersteig zu gehen und danach noch entspannt im Klettergarten bei San Martino zu klettern. Der Klettersteig war der einfache aber sehr schöne Via Ferrata Rio Sallagoni bei Drena.

Am fünften Tag sollte es wieder zum Bouldern nach Daone, diesmal in die oberen Sektoren über den See, gehen. Wir standen früh auf und erreichten mit den ersten Sonnenstrahlen das Bouldergebiert. Der See war zum Teil noch angefroren und so starteten wir erstmal mit einer Aufwärmeinheit und einem leichten Block. Danach ging es weiter zu schwereren Blöcken und einige schöne Boulder bis 6C wurden erfolgreich geklettert.

Am Abend vom fünften Tag wurde wieder abgestimmt was am letzten Tag gemacht werden sollte: Mehrseillänge, Bouldern, Klettern? Nach einiger Diskussion wurde entschieden einen schweren Klettersteig zu gehen um am Abend noch genug Zeit zu haben um Crêpes zu essen. Der Klettersteig sollte der Via ferrata Monte Albano (D und 2+) sein. Da der Klettersteig etwas ernsthafter ist, wurde diesmal alles Nötige mitgenommen (Seil, Leiter, Seilklemme) damit alle den Klettersteig erfolgreich meistern. Bis auf die wahnsinnig abgespeckte 2+ am Einstieg vom Klettersteig konnten alle Teilnehmer den Klettersteig mühelos bewältigen (der Einstieg wurde mit einer Leiter überwunden).

Am Abend wurde dann das Lager bereits aufgeräumt, das Küchenzelt abgebaut und die leckeren Crepes gegessen.

Die Woche verlieft sehr gut und hat allen sehr viel Spaß gemacht. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, da es an keinem einzigen Tag regnete. Neben dem ganzen Klettern, waren wir natürlich abends auch immer in Arco und haben alle Eisdielen und Eissorten ausprobiert. Die Rückfahrt erfolgte problemlos und so freuen wir uns bereits auf die nächste Boulderfreizeit, diesmal vermutlich wieder in Fontainebleau.