In der zweiten Pfingstferienwoche hatten wir geplant entweder nach Fontainebleau oder ins Zillertal zum Bouldern zu fahren. Nachdem wir noch nie im Zillertal waren und nur gutes gehört hatten, entschlossen wir uns fürs Zillertal.

Die Ausfahrt ging von Dienstag bis Sonntag und gezeltet wurde am Gasthof in der Au im Zillergrund. Vielen Dank für die Möglichkeit dort unsere Zelte aufzuschlagen! Am Dienstag ging es um 14:30 von Mannheim aus los und in rund 6 Stunden erreichten wir das Zillergrund. Wie in Arco hatten wir zwei 12 Personen-Zelte dabei, eines als Schlafzelt und ein weiteres als Kochzelt. Da wir nur zu insgesamt 6 waren, hatten wir üppig Platz, was natürlich sehr angenehm war.

Unser erstes Boulderziel war der Sektor Wiese im Sundergrund, den wir im Eifer des Gefechts auch direkt verfehlten und so einen kleinen Schlenker machten. Nachdem uns klar war, dass wir zu weit gelaufen waren, erreichten wir den Sektor und machten zunächst Mittagspause und sichteten die Blöcke.

Frisch gestärkt ging es als erstes zum Block Plattensau und wir boulderten uns an den 5 Linien (5b bis 6a) ein. Anschließend ging es zum Traumriss, den Otto gleich in Crocs flashte. Keine gute Idee, weil danach die anderen Teilnehmer motiviert waren, den Boulder mit möglichst schlechtem Schuhwerk zu klettern, was an der Schlüsselstelle allerdings nicht ganz einfach ist. Nachdem alle sich ausgiebig am Traumriss-Block versucht hatten, ging es zum Wackelpudding (6a+, 6b), wo wir uns natürlich auch alle auf die Kante setzen mussten zu sehen ob er tatsächlich hält.

Nach einer Abkühlung im Bach wurden danach am Block Pinky and Brain (5c, 6a, 6b+) und Moonwalk gebouldert und auf dem Rückweg noch Richis Luder (6b) ausgetestet. Da alle aber bereits recht kaputt waren, war noch kein sauberer Durchstieg möglich und so wurden nur die Einzelstellen angeschaut um dann zurück zum Zeltplatz zu gehen, wo wir gemeinsam Kochten und den Abend mit Gesellschaftsspielen ausklingen ließen.

Am nächsten Tag wollten wir zunächst in den Ewigen Jagdgründen klettern und anschließend noch an der Kaserer Alm bouldern. Der erste Teil vom Plan klappte reibungslos, danach fing es an zu donnern und ein kleines Gewitter zog über uns. Allerdings war es vorher noch so warm gewesen, dass die Blöcke schnell trockneten und wir an der Kaserer Alm doch noch ein paar nette Linien klettern konnten: Rundgang (5b) und am Block Fangidi Fig Di den Gentl Mentl (6a) und Multivitamin (6b+). Danach packten wir die Matten ein und schauten uns nochmal alle Blöcke im Sektor Kaserer Alm an um dort nochmal hinzugehen.

Am Freitag wollten wir nochmal im Sundergrund bouldern, um zum einen nochmal Richis Luder zu probieren und auch noch weitere Blöcke auf der Wiese zu klettern. Wir probierten unzählige Ausstiegsvarianten am Richis Luder (6b). Danach gings es an den Block Soon Forgotten (6b), welcher sich nach oben hin erstaunlich hartnäckig zeigte – insbesondere wenn die Spannweite nicht ganz ausreichte um an die Kante zu kommen. An dem Tag waren die Kühe besonders gereizt, scheinbar waren zu viele Boulderer unterwegs und so kam es immer wieder vor, dass die Kuhherde von der einen Seite zur anderen Seite rannte, was durchaus beeindruckend ist. Wir probierten zwar immer ausreichend Abstand zu halten, wurden aber am Richis Luder förmlich von Kühen belagert. Nachdem die Kühe sich entschieden hatten wieder in die andere Richtung zu rennen, zogen wir wieder zum Sektor Wiese, wo wir noch einige weitere Blöcke klettern konnten. Nach einigen kleineren Schauern fing es dann richtig an zu Regnen und wir mussten die Blöcke verlassen und wanderten Richtung Zeltplatz. Am Zeltplatz angekommen, kochten wir schnell Nudeln mit Tomatensoße, um noch rechtzeitig den Tischbouldercontest beim Austria Climbing Festival in Ginzling anzuschauen.

Am Samstag wollten wir wieder an der Kaserer Alm Bouldern und uns danach den Zillertal Warrior Contest beim Kletterfestival anzuschauen. Wir beeilten uns daher beim Frühstück und boulderten ausgiebig alle Linien am Block Erpressung. Die letzten vier Tage hatten bereits ihre Spuren hinterlassen und so waren alle froh am frühen Nachmittag beim Kletterfestival zu entspannen und die Zillertal Warrior anzuschauen. Am Abend wurde dann angefangen die Zelte abzubauen und einzupacken damit wir am Sonntag möglichst früh losfahren konnten.

Die fünf Tage im Zillertal haben allen extrem gefallen und das Zillertal eignet sich wirklich perfekt für alle bergsportlichen Aktivitäten. Mit der Bouldergruppe werden wir mit Sicherheit noch häufiger hinfahren. Eine tolle Alternative zu Fontainebleau, wo wir geplant haben in den Herbstferien hinzufahren.