Unsere zweite Boulderfreizeit in diesem Jahr fand wieder in Fontainebleau statt und zwar in den Herbstferien vom 27.10 bis 03.11. Ein großflächiges Tiefdruckgebiet mit Schwerpunkt Alpen war für die ersten Tage der Herbstferien angekündigt – die Alternative nach Arco oder in ein „warmes“ Bouldergebiet zu fahren fiel daher flach. Das Wetter für Bleau war zwar besser als in den Bergen angekündigt allerdings sehr kalt und verregnet. Da die Alpen keine Alternative waren entschlossen wir uns dennoch nach Bleau zu fahren in der Hoffnung ein paar trockene Tage zu erleben.

Aus München schlossen sich uns Jakob und Martin an und so führen wir am Samstag Morgen zu siebt von Mannheim aus los. Die Fahrt verlief reibungslos und wir kamen gegen 16h am Campingplatz in Milly-la-Forêt an. Da das Wetter deutlich besser als erwartet war, entschlossen wir uns schnell die Zelte aufzubauen und am Roché aux Sabots noch ein paar Blöcke zu bouldern.

In der ersten Nacht fing es gleich an leicht zu regnen und daher war der Plan für den kommenden Tag in ein Gebiet zu fahren, welches recht schnell trocknet und die Wahl fiel auf den Elefanten. Das Wetter war zunächst stabil und nach einer ordentlichen Aufwärmeinheit machten wir uns an den ersten Blöcken zu schaffen um schließlich am berühmten Boulder „le Coeur“ (7a) zu arbeiten. Leider konnte den keiner von uns komplett abschließen und so zogen wir nach einer kurzen Mittagspause weiter zum Gruyère „der Käse“: wir probierten dort die schwere Traverse bis es schließlich anfing zu stürmen und zu regnen. Daher ging es zurück ins Lager und wir heizten das Zelt beim Kochen ordentlich ein.

In der Nacht war es dann halbwegs trocken und daher entschieden wir uns am nächsten Tag in den Wald nach Beauvais zu fahren. Nach dem üblichen Aufwärmprogramm und ein paar leichteren Bouldern, war das heutige Projekt die Linie „le Diéséliste“ (7a) bzw. die etwas einfachere Variante „le Cambouis du Diéséliste“ (6c). Jakob konnte recht schnell die erste Schlüsselstelle überwinden und auch die hinteren Züge einzeln bouldern aber die gesamte Linie wollte an dem Tag einfach nicht komplett. Otto schaffte nach einigen Versuchen die 6c, eine richtig gute Leistung. Nach der Mittagspause ging es dann vom „Nainville Bois“ in Richtung „Côte“, wo wir den Tag ausklingen ließen bis sich wieder die ersten Regentropfen bemerkbar machten. Diesmal sollte der Regen andauern und nach einem kurzen Stop im Supermarkt, wo wir einen größere Gasflasche zum Zelteinheizen kauften, ließen wir den Abend ausklingen.

Der nächste Tag begann mit leichtem Regen, welcher allerdings gegen Mittag aufhören sollte. Ein schnell trocknendes, möglichst offenes Gebiet musste daher heute ausgewählt werden und wir einschlossen uns nach Buthiers zu fahren. Glücklicherweise war es tatsächlich recht windig und zumindest die offenen Felsen am Canard waren schnell trocken. So boulderten wir die trockenen Blöcke nach und nach ab und bis zum Abend wurde tatsächlich ein Großteil der Boulder machbar.

In der Nacht regnete es wieder leicht und die Auswahl für den nächsten Tag fiel auf das schnell trocknende Gebiet 95.2, wo wir auch den ganzen Tag klettern konnten. Am Abend wurde es recht warm und wir entschlossen uns eine kleine Halloween-Wanderung zum Hund zu machen. Dieser stellte sich als erstaunlich nass heraus und daher wurde der Plan am kommenden Tag zum Hund zu gehen verworfen und die Wahl fiel auf Cuvier.

Da der Donnerstag ein Feiertag war, war es in Cuvier entsprechend voll. Die Atmosphäre war aber toll und es waren Boulderer aus der ganzen Welt versammelt vor der Marie Rose, welche auch von einigen von uns erfolgreich bezwungen werden konnte. Gegen Mittag fing es dann an zu schütten und um den Tag noch sinnvoll zu nutzen entschlossen wir uns in die Kletter- und Boulderhalle Karma in Fontainebleau zu gehen. Die Halle ist zwar recht teuer aber wirklich beeindruckend. Besonders der Trainingsbereich mit den Weltcup-Bouldern ist toll.

Der letzte Tag sollte nochmal richtig gut werden und der Hund war das Gebiet, wo noch das Dach und einige weitere Projekte auf uns warteten. Das Dach konnte von Wassily und von Jakob geklettert werden. Für die Anderen bleibt es ein Projekt für die kommenden Ausfahrten nach Bleau. Nachdem wir ausgiebig im Hauptgebiet gebouldert sind, ging es in den hinteren Teil vom Hund, wo schließlich die Traverse Rocky X (7a+) bis zu Dämmerung ausgiebig erarbeitet und auch geschafft wurde.

Der Abbau am Samstag erfolgte schnell und problemlos, genau wie die Rückfahrt und so erreichten wir am Samstag am frühen Nachmittag wieder Mannheim, wo alle den Sonntag nutzten konnten um sich von der sehr gelungenen Woche zu erholen.

(Text & Bilder: Oliver)