Wie in den letzten Jahren, sind wir in den Herbstferien wieder nach Fontainebleau gefahren, mit dem Plan eine Woche lang an den wunderbaren Felsblöcken zu bouldern.

Wir fuhren wieder am Samstag um 10h von Mannheim aus los, begleitet von drei Teilnehmern und Jugendleitern aus München. Leider zeigte bereits der Wetterbericht, dass wir wie bereits im letzten Jahr ein paar spannende Regentage haben werden. Dagegen war das Wetter für den Samstag noch super angekündigt, sehr warm und schön sonnig. Wir packten daher den Bus so, dass wir direkt zum Bouldern fahren konnten ohne groß aus- oder umzupacken.

Die Fahrt verlief reibungslos und nur ein kleiner Stau bei Paris kostete uns 30 min unserer wichtigen Boulderzeit. Angekommen in Bleau fuhren wir direkt zum Parkplatz vom Elefanten und konnten noch gut 2 Stunden bouldern bis es dunkel wurde.

Als Zeltplatz / Pension hatten wir uns diesmal dafür entschieden nicht in la Musardière zu Zelten, sondern in dem tollen und sehr freundlichen Camping/Hostel bei la-Chappelle-la-Reine – eine sehr gute Wahl, da wie sich später herausstellte, der Samstag der einzige sonnige und trockene Tag der Woche sein sollte.

Unsere Zelte bauten wir noch zügig am Abend auf bevor es dann in der Nacht bereits anfing zu Regnen. Gekocht wurde in dem Hostel.

Der Sonntag war dann leider total verregnet. Die Augsburger JDAV Gruppe, welche auch die Woche in dem Hostel war, ging ins Karma, wir wollten unsere Finger schonen und schauten uns Fontainebleau an. Zunächst gingen wir ins Scape um jede Menge Chalk für die Woche einzukaufen (die Motivation endlich am Fels zu bouldern war echt hoch). Danach schauten wir uns das schöne Schloss von Fontainebleau an.

Da der Tag noch lange nicht vorbei war fuhren wir ins Gebiet Apremont um uns dort die Grotte „Caverne des Brigands“ anschauen. Motiviert wie wir waren, ging es direkt Richtung der Grotte allerdings nicht auf dem richtigen Weg und so waren wir zwar gefühlt „ganz nah“ konnten die Höhle allerdings im Felsenmeer nicht finden.

Zurück am Parkplatz war die Motivation dann bereits nicht mehr ganz so groß, aber ein genaues Betrachten der Schilder sagte uns, dass wir wohl die falsche Richtung vom Weg erwischt hatten und wir starteten einen neuen Versuch. Aus den ca. 500 m wurde dann gefühlt ein 2 km Marsch durch das Bouldergebiet und endlich – allerdings mehr durch Zufall – sahen wir den Eingang der Grotte 🙂

Spätestens jetzt waren alle wieder super motiviert und wir kriechen und robbten in die Höhle. Die Temperaturen stiegen merklich an und die Höhle wurde immer enger. Wir erkundeten die Höhle ausgiebig und Martin entdeckte einen weiteren Ausgang durch welchen man sich nur auf dem Bauch liegend quetschen konnte.

Beim gemeinsamen Abendessen endete dieser erste Regentag und wir waren guter Hoffnung, dass wir an den kommenden Tagen zum Bouldern kommen werden, da der Wetterbericht nicht mehr ganz so schlecht angekündigt war.

Am Montag ging es in das Gebiet Franchard Isatis, wo nach einer kleinen Aufwärmeinheit die meisten Blöcke bereits wieder trocken waren. Ausgiebig wurde zunächst die Fußtechnik auf den Fels in Bleau abgestimmt um dann einen kleinen Dyno „Le Balancier“ auszuprobieren. Von dort zogen wir immer tiefer in den Wald bis wir die tolle Querung „La Rampe Finie“ ausgiebig probierten. Jakob konnte alle Züge bouldern, scheiterte aber leider am gesamten Durchstieg. Danach ging es zum „Iceberg„, der allerdings doch etwas zu hart für uns war. Ein toller, trockener Tag an dem alle ausgiebig Bouldern konnten.

Kurz vor Ankunft in unserem Hostel fing es dann wieder an zu regnen und es regnete bis in die Nacht durch. Daher musste für den Dienstag ein wieder sehr schnell trocknender Fels her und auf Cuvier fiel unsere Wahl. Nach einer kurzen Aufwärmeinheit gingen wir direkt an die „La Marie-Rose„, die erste Fb 6a von Fontainebleau. Jakob hatte sie bereits im letzten Jahr getoppt, Otto schaffte es dieses Jahr – super Leistung, da dies meiner Meinung nicht nur die erste 6a ist sondern durchaus auch eine Referenz für diesen Schwierigkeitsgrad bildet. Anschließend boulderten Dario, Johann und Otto noch ausgiebig an der „La Traversée Leroux“ und Jakob konnte den genialen Dyno „Pif Paf“ knacken.

Die Gebietswahl für den Mittwoch fiel auf den Cul du Chien, da hier noch einige Projekte vom letzten Jahr offen waren. Da es in der Nacht wieder geregnet hatte, wurde der Anmarsch erstmal dafür genutzt ein wenig Orientierung zu üben. Am Cul du Chien angekommen, starteten wir wieder mit einer Aufwärmeinheit um anschließend die ersten trocknen Blöcke zu suchen. Die Augsburger und der Stützpunkt Schwaben waren zu der Zeit auch gekommen und wir versammelten uns vor dem „Toit du Cul de Chien“ der dann gemeinsam projektiert wurde. Jakob, welcher den Boulder bereits letztes Jahr auf 3 verschiedenen Arten gebouldert war, konnte ihn gleich wiederholen. Otto schaffte es nach einigen Versuchen den Hook richtig zu platzieren und toppte dann souverän den oberen Teil beim ersten Mal.

Anschließend boulderten wir noch weiter in dem Gebiet bis wir zum offenen Projekt von Otto „Rocky X“ gingen. Leider waren die Schlüsselzüge noch etwas nass und wir waren auch zeitlich bereits etwas spät, so dass Otto etwas enttäuscht sein Projekt im kommenden Jahr wiederholen muss.

Der Wetterbericht für den Donnerstag änderte sich stündlich und es gab Hoffnung trockenen Feld im „Norden“ zu finden. Daher fuhren wir als erstes in das Gebiet Rocher Canon – nach einer 30 minutigen Erkundungswanderung der Entschluss, dass es hier keinen Sinn hat – alle Felsen waren klatschnass. Dann weiter nach Beauvais, aber auch hier alles nass und sogar noch schlimmer: strömender Regen. Daher ging es zurück in das Hostel zum Mittagessen und der Donnerstag wurde zum Ruhetag gemacht.

Leider war der Wetterbericht für den Freitag sogar noch schlechter angekündigt und daher war es das einzig Sinnvolle in die Karma zu gehen. An der Kasse wurde uns dann gesagt, dass der Wettkampfbereich heute leider reserviert ist für ein Trainingscamp von Jacky Godoffe und daher nur die Hälfte der Halle nutzbar ist. Hmm sehr schade, nachdem wir in der Halle waren, wurde kurz mit Jacky gesprochen und es stellte sich heraus, dass zum einen die Trainingsboulder von ihm für Kinder geschraubt waren und sie zum anderen nur bis 16:00 den Bereich nutzen werden – mega, d.h. wir konnten uns auf qualitativ erstklassige Boulder speziell für Kinder und Jugendliche freuen. Wir hatten daher viel Spaß im Karma und konnten ausgiebig Bouldern bis die Finger fertig waren. Ein schöner Abschluß der Woche in Bleau.